Wolfgang Amadeus Mozart

Oboenkonzert C-Dur KV 314

Arnold Schönberg

Verklärte Nacht op. 4

Camerata Salzburg
François Leleux
Oboe

Wolfgang Amadeus Mozarts Oboenkonzert C-Dur KV 314 entstand 1777 in Salzburg für den gefeierten Oboenvirtuosen Giuseppe Ferlendis und vereint Kantabilität mit spieltechnischer Virtuosität. Mozart, der sich zu dieser Zeit bereits einen Namen als Opernkomponist gemacht hatte, erweitert den Finalsatz mit dem Thema aus Blondchens Arie „Welche Wonne, welche Lust“ aus seiner Entführung aus dem Serail zu einem überschwenglich-heiteren Rondo-Satz. Arnold Schönbergs Verklärte Nacht op. 4 entstammt einer frühen Schaffensphase und steht an der Wende zwischen spätromantischer Orchesterliteratur und Moderne. Der programmatische Bezug des Werks beruht auf Richard Dehmels gleichnamigen Gedicht: Auf ihrem Gang durch die Mondnacht, gesteht die Frau ihrem Mann ihren nicht folgenlos gebliebenen Seitensprung, den ihr der Mann großmütig verzeiht. Schönbergs Klangfarbenphantasie entspinnt sich dabei an den Naturstimmungen und den poetischen Darstellungen der Gefühlsregungen der Protagonisten.

[Die Camerata Salzburg ist ein vielbeschäftigtes Kammerorchester mit dem Kernrepertoire mit Musik der Wiener Klassik, das regelmäßig bei den Salzburger Festspielen und den eigenen Abonnementkonzerten, aber auch auf allen renommierten Konzertpodien rund um den ganzen Globus auftritt. François Leleux musiziert als Solo-Oboist, Kammermusiker und Dirigent mit renommierten Orchestern und Ensembles, wie u.a. in dieser Saison mit dem Scottish Chamber Orchestra, Oslo Philharmonic Orchestra oder dem Orchestre de Chambre de Paris.]


(c) Pia Clodi
(c) Pia Clodi

Camerata SalzburgDie Camerata Salzburg musiziert „voll revolutionärer Energie und utopischem Potenzial, kompromisslos individuell, kühn und modern – und doch klassisch stringent“, wie die Salzburger Nachrichten anlässlich eines Konzertes zum 60-jährigen Bestehen des Orchesters befanden. Der Musizierstil der Camerata wurde in den mehr als sechs Jahrzehnten ihres Bestehens von  der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Musikerpersönlichkeiten wie Bernhard Paumgartner, Géza Anda, Sándor Végh, Sir Roger Norrington und András Schiff geprägt. Bedeutende MusikerInnen wie Clara Haskil, Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Aurèle Nicolet, Wolfgang Schneiderhan, Christoph Eschenbach, Philippe Herreweghe, René Jacobs, Franz Welser-Möst und Peter Ruzicka konzertierten mit dem Kammerorchester, dessen Besetzung von chorisch aufgeführten Streichquartetten bis zu romantischer Symphonik und Werken der Moderne reicht. Der Klangkörper zählt in Mozarts Geburtsstadt als Konzert- und Opernorchester zu den Stammensembles der Salzburger Festspiele und Salzburger Mozartwoche und hat einen eigenen Abonnementzyklus in seiner Heimstätte, dem Mozarteum. Das Orchester konzertiert regelmäßig in Musikzentren wie dem Wiener Konzerthaus, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthaus Berlin, dem Festspielhaus Baden-Baden, im Bregenzer Festspielhaus, beim Carinthischen Sommer, den Haydn-Festspielen Eisenstadt, in München, London, Florenz, Moskau, St. Petersburg, Bejing, Tokyo und in den Festspielstädten Aix-en-Provence und Luzern. Konzertreisen führten das Orchester in alle Erdteile der Welt. Mehr als 60 Platten- und CD-Aufnahmen, von denen viele mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet wurden, dokumentieren die Musizierkultur der Camerata Salzburg aus sechs Jahrzehnten. Die beiden Gesamteinspielungen von Mozarts Klavierkonzerten mit den ungarischen Pianisten Géza Anda und András Schiff sowie die Gesamtaufnahme von Mozarts Serenaden und Divertimenti unter der Leitung von Sándor Végh bilden Meilensteine der Schallplattengeschichte.

Gegründet im Jahr 1952 mit Lehrern und Studenten des Salzburger Mozarteums, avancierte die Camerata mit Mozart-Matineen schon bald zu einem Herzstück der Salzburger Festspiele. Ins Leben gerufen wurde das Ensemble vom Mitbegründer und späteren Präsidenten der Festspiele, Bernhard Paumgartner. Dem Dirigenten, Pädagogen und Musikwissenschaftler ging es mit der Camerata um die Bewahrung und gleichzeitig um die Belebung eines klassischen und klassizistischen Musikgeistes. Der Name – ursprünglich Camerata Academica des Salzburger Mozarteums – wurde als Anlehnung an die historische Camerata Fiorentina der Renaissance gewählt. Bereits unter der Ägide Bernhard Paumgartners galt als maßgebliche Ausrichtung des Ensembles, was auch heute eine organisatorische und künstlerische Maxime ist: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. In der Camerata Salzburg bekam die Form des Kammerorchesters eine vorbildhafte Tradition. Die Musikerinnen und Musiker musizieren mit Dirigenten, aber auch geleitet von Solisten oder vom Konzertmeister sowie in kleineren kammermusikalischen Besetzungen.Herausragende Solistinnen und Solisten wie Anne-Sophie Mutter, Hilary Hahn, Patricia Kopatschinskaja,Julian Rachlin, Daniel Hope, Benjamin Schmid, Joshua Bell, Thomas Zehetmair, Augustin Dumay, Veronika Hagen, Mitsuko Ushida, Elisabeth Leonskaja, Claire-Marie Le Guay, Yu Kosuge, Oleg Maisenberg, Murray Perahia, Olli Mustonen, Alexander Lonquich, Till Fellner, Fazil Say, Stefan Vladar, Heinrich Schiff, Patrick Demenga und François Leleux sowie Sängerinnen wie Genia Kühmeier, Vesselina Kasarova, Christiane Oelze und Elina Garanca zählen zu den Gästen auf dem Camerata-Podium. Die ehemaligen Konzertmeister Gérard Korsten und Alexander Janiczek kehren als Leiter von Konzerten immer wieder zum Orchester zurück.

Im Zentrum des Repertoires stand von Anfang an naturgemäß das Schaffen des Genius loci Mozart sowie die Musik von Haydn, Beethoven und Schubert. Im Rahmen der Mozart-Matineen der Salzburger Festspiele führte die Camerata über Jahrzehnte hinweg unzählige symphonische und konzertante Werke Mozarts auf und prägte damit einen typischen „Salzburger Mozart-Klang“, der immer wieder frische Impulse erhielt. Seit 1956, als die erste Mozartwoche in Salzburg stattfand, richtet die Camerata auch bei diesem renommierten Festival das Hauptaugenmerk auf ihr Kernrepertoire mit Musik der Wiener Klassik. Bereits in der ersten Mozartwoche kam es auch zur Mitwirkung als Opernorchester.

Die Weiterentwicklung des Orchesters nach der Ära Paumgartner wurde zunächst von Antonio Janigro getragen, unter dessen künstlerischer Leitung ab 1974 der erste eigene Abonnementzyklus des Orchesters ins Leben gerufen wurde. Als Geigensolist musizierte mit der Camerata in jener Zeit Sándor Végh, der 1978 die künstlerische Leitung des Orchesters übernahm und parallel zu seinem Wirken als Pädagoge am Salzburger Mozarteum herausragende junge Musikerinnen und Musiker in den Klangkörper einbezog. Sándor Végh verwirklichte ein Musizier-Ideal des Streichquartetts auf größer besetzter Ebene und förderte die individuelle Gestaltungsweise der einzelnen Orchestermitglieder innerhalb und zugunsten des Kollektivs. Végh ließ Kammermusikwerke in chorischer Besetzung spielen und erweiterte gleichzeitig das kammerorchestrale Repertoire auf Musik der Romantik (u. a. Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Dvorˇák, Tschaikowsky) und der klassischen Moderne (Bartók, Strawinsky, Schönberg). Mit der „Begegnung“ rief die Camerata außerdem ein eigenes Festival ins Leben und erhielt ab 1987 im Wiener Konzerthaus einen Zyklus. Ab 1993 kehrte die Camerata auch als Opernorchester zu den Salzburger Festspielen zurück („Lucio Silla“, „La clemenza di Tito“, „Le nozze di Figaro“, „The Rake’s Progress“ u. a.).

Bei der Mozartwochen-Produktion von Mozarts „Mitridate, Re di Ponto“ im Jahr 1997 wurde mit Sir Roger Norrington ein Nachfolger für den verstorbenen Sándor Végh gefunden. Sir Roger verband von 1998 bis 2006 als Chefdirigent den charakteristischen Ensemblestil der Camerata mit seinen Erfahrungen im historisch informierten Musizieren. Die Salzburger Festspiele widmeten der Camerata und Norrington einen eigenen Konzertzyklus. 2007 übernahm Norringtons Stellvertreter, der Geiger Leonidas Kavakos, für drei Jahre die künstlerische Leitung. 2011 wurde Louis Langrée zum Chefdirigenten bestellt, in dessen Musizierstil und Repertoireschwerpunkten die Camerata eine große Übereinstimmung und ebenso viele inspirierende Akzente findet. Auch im siebten Jahrzehnt ihres Bestehens bewahrt sich die Camerata Salzburg eine „Spielfreude, die ansteckend wirkt“ (Neue Zürcher Zeitung).


(c) Uwe Arens Sony Classical
(c) Uwe Arens Sony Classical

François LeleuxFrançois Leleux erhält regelmäßig Einladungen zu den bedeutendsten Orchestern und Festivals weltweit. Seine international herausragende Stellung als Oboist ist unumstritten, doch in den letzen Jahren hat er sich paralell dazu als angesehener Dirigent etabliert und arbeitet mit Orchestern wie dem hr-Sinfonieorchester, der Camerata Salzburg, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem Sydney Symphony Orchestra, dem Schwedischen Radio-Sinfonieorchester und dem WDR Symphonieorchester zusammen.

In dieser Saison ist er „Artist in Residence“ beim Orchestre Philharmonique de Strasbourg. 2016/17 war er Residenzkünstler beim hr-Sinfonieorchester, davor Gastdirigent beim Norwegischen Kammerorchester (2014/15) sowie 2012-2014 „Artist in Association“ beim Orchestre de Chambre de Paris.

Als leidenschaftlicher Kammermusiker spielt François Leleux regelmäßig mit dem Sextett „Les Vents Français“. Seine Rezital-Partner sind unter anderen Lisa Batiashvili, Isabelle Moretti, Eric Le Sage und Emmanuel Strosser.

Die Saison 2017/18 spiegelt alle Aspekte seiner künstlerischen Laufbahn wieder, so tritt er als Dirigent und Solist mit dem Gulbenkian Orchestra, dem Sydney und dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra und dem Orchestre de chambre de Paris auf. Er gibt außerdem mit der Ungarischen Nationalphilharmonie Konzerte in Salzburg und Budapest und kehrt als Dirigent zum Aalborg Symphony Orchestra zurück. Weitere Höhepunkte der Saison sind das Debütkonzert mit dem Orchestra dell`Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Konzerte mit dem Hong Kong Philharmonic. Im Rahmen seiner Residenz beim Orchestre Philharmonique de Strasbourg präsentiert er sich als Dirigent, Solist und Kammermusiker.

In der letzten Spielzeit gab Leleux sein Dirigier-Debüt im Wiener Musikverein und trat mit Orchestern wie dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Utah Symphony Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic, dem Münchener Kammerorchester, dem Norwegischen Kammerorchester und mit den Stavanger, Aalborg und Gävle Symphonieorchestern auf. Er war außerdem bei diversen Festivals zu Gast, so auch bei der Mozartwoche in Salzburg, beim Beethovenfest Bonn, beim Grant Park Music Festival sowie beim 70. Jubiläum des Edinburgh International Festival.

In den vergangenen Jahren war er unter anderem zu Gast in der Berliner Philharmonie, am Théâtre des Champs-Élysées in Paris, im Concertgebouw Amsterdam sowie beim Mostly Mozart Festival in New York.

Er gab außerdem Konzerte mit dem New York Philharmonic sowie dem NHK Symphony Orchestra. Er arbeitete mit Dirigenten wie Lionel Bringuier, Myung-Whun Chung, Thomas Dausgaard, Ivan Fischer, Alan Gilbert, Thomas Hengelbrock, Mariss Jansons und Yannick Nézet-Séguin.

Sein besonderes Interesse für zeitgenössische Musik führte zu Begegnungen mit namhaften Komponisten wie Nicolas Bacri, Michael Jarrell, Giya Kancheli, Thierry Pécou, Gilles Silvestrini und Éric Tanguy.

In der vergangenen Saison brachte er Michael Jarrells “Aquateinte – Konzert für Oboe und Orchester” – ein Auftragswerk des hr, des Printemps des Arts de Monte-Carlo, der Utah Symphony und des Berner Symphonieorchesters  – zur Uraufführung.

Während der Spielzeit 2014/15 hat er gemeinsam mit seiner Frau, der Geigerin Lisa Batiashvili, und dem NDR Sinfonieorchester beziehungsweise dem New York Philharmonic Thierry Escaichs Concertino für Geige und Oboe uraufgeführt.

Bei SONY Classical erschienen mehrere CD-Einspielungen mit Leleux, so etwa seine jüngste Veröffentlichung, gemeinsam mit dem Münchener Kammerorchester mit Musik von Hummel und Haydn, das 2016 eine Auszeichnung erhielt.

Weiters sind Werke von J.S. Bach mit dem Chamber Orchestra of Europe, Mozart mit der Camerata Salzburg und Strauss’ Oboenkonzert mit dem Swedish Rado Symphony Orchestra unter der Leitung von Daniel Harding auf CD erschienen.

François Leleux ist Professor an der Hochschule für Musik und Theater München.