Ludwig van Beethoven

Fidelio

Oper in zwei Akten

Alexander Liebreich
Dirigent
Ingo Kerkhof
Regisseur
Akademie für Alte Musik Berlin
Chor des Bayerischen Rundfunks
Jeongmeen Ahn
Don Fernando
Shenyang
Don Pizarro
Sebastian Kohlhepp
Florestan
Johanna Winkel
Leonore
Jan Martinik
Rocco
Marie-Sophie Pollak
Marzelline
Patrick Grahl
Jaquino

Zum großen Beethovenjahr 2020 darf natürlich auch beim Richard-Strauss-Festival kein Werk des bedeutenden Jubilars fehlen. Besonders, weil Strauss ein großer Beethoven-Fan war! Als ein Geiger einmal Beethovens Violinkonzert übte, soll Strauss beim Zuhören unverständlich vor sich hingemurmelt haben. Der Geiger fragte daraufhin: „Was meinten Sie?“. Strauss’ Antwort: „Ach nichts – nur, das hätt’ ich gern geschrieben.“ Und der Strauss-Biograf Kurt Wilhelm hielt fest, dass der Komponist „eine wahrhaft verzückte Liebe“ für Beethovens Fidelio gehegt haben soll. Kein Wunder!

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. In kaum einem anderen Werk wird Beethovens Überzeugung von diesen Werten so deutlich wie in seiner einzigen Oper. Passend zum diesjährigen Festivalmotto „Humanitas.Mensch“ wird deshalb Beethovens Oper Fidelio, die um die Fragen von Pflicht und Hoffnung kreist und ein allgemeingültiges Humanitätsideal beschwört, dargeboten. Mit Johanna Winkel in der Titelrolle sowie weiteren renommierten Sängerinnen und Sängern, der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Alexander Liebreich wird eine der ‚menschlichsten‘ Werke in einer halbszenischen Inszenierung von Ingo Kerkhof auf ganz besondere Weise zu erleben sein.


17:15 Uhr Einführung


Alexander Liebreich

Alexander Liebreichwurde im September 2018 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Rundfunk Sinfonieorchesters Prag. Im Jahr 2018 übernahm er auch die künstlerische Leitung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen, was dazu führte, dass er nach Wolfgang Sawallisch und Brigitte Fassbaender in dieser Funktion zum Leiter der Richard-Strauss-Gesellschaft gewählt wurde.

Von 2006 bis 2016 war Alexander Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters. Ihre erste gemeinsame CD mit Werken von Joseph Haydn und Isang Yun wurde im Januar 2008 mit großem Erfolg veröffentlicht. Die aktuelle Veröffentlichung „Requiem“ von Tigran Mansurian mit RIAS Kammerchor auf dem Label ECM Classics wurde für den Grammy Award 2018 und den ICMA Award 2018 in der Kategorie „Contemporary Music“ nominiert.

Als Gastdirigent arbeitete Alexander mit vielen renommierten Orchestern zusammen, darunter dem Concertgebouw Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Radio Symphony Orchestra Berlin, Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo, St. Petersburg Symphony Orchestra, Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra und Tonhalle Orchestra Zürich. Zu den jüngsten und zukünftigen Engagements gehören Debüts mit dem Japan Philharmonic Orchestra, dem Singapore Symphony Orchestra, dem Orquesta de Valencia und dem Mahler Chamber Orchestra.

Er tritt regelmäßig mit namhaften Solisten wie Lisa Batiashvili, Krystian Zimerman, Frank Peter Zimmermann, Alban Gerhardt, Leila Josefowicz und Isabelle Faust auf.


Ingo Kerkhof © Thomas M. Jauk
Ingo Kerkhof © Thomas M. Jauk

Ingo KerkhofNach einem Studium der Philosophie, Politologie und Literaturwissenschaft in Frankfurt am Main und Berlin war Ingo Kerkhof zunächst Regieassistent an der Deutschen Oper Berlin. 1997 gründete er das Ensemble „Kerkhof-Produktion“, mit dem er Aufführungen für die Baracke des Deutschen Theaters, für das Hebbeltheater in Berlin, die Sophiensäle in Berlin sowie das Forum Freies Theater in Düsseldorf erarbeitete. Es folgten Einladungen zum Intercity-Festival in Florenz, dem Zürcher Theaterspektakel sowie dem Festival Theater der Welt. Ingo Kerkhof unterrichtete an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München und an der Universität der Künste Berlin.

Ingo Kerkhof inszeniert Oper und Schauspiel unter anderem in Berlin, Bern, Düsseldorf, Florenz, Freiburg, Hamburg, Karlsruhe, Köln, Linz, Mannheim, München und Zürich. Am arbeitet Kerkhof seit 2014 regelmäßig an Opern- und Schauspielproduktionen. Des Weiteren verbindet ihn eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden, der Staatsoper Hannover sowie mit der Berliner Staatsoper unter den Linden. Hier war Kerkhof zuletzt gemeinsam mit dem Barockspezialisten René Jacobs für die überregional gefeierte Wiederentdeckung von Agostino Steffanis Oper „Amor vien dal destino“ verantwortlich.

Neben Stücken des klassischen Opernrepertoires hat Kerkhof in letzter Zeit vor allem Musiktheater der Moderne und Gegenwart inszeniert wie u.a. Alban Bergs „Wozzeck“ an der Oper Köln (2011), Wolfgang Rihms „Dionysos“ am Theater und Orchester Heidelberg (2013), Hans Krásas „Verlobung im Traum“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe (2014), Salvatore Sciarrinos „Lohengrin“ für die Berliner Staatsoper im Schiller Theater (2014), sowie die Uraufführungen von Helmut Oehrings „Agota“ mit Dagmar Manzel für die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden (2016) und der Kammeroper „Comeback“ von Oscar Strasnoy für die Berliner Staatsoper unter den Linden (2016).

Mit Alexander Liebreich arbeitete Kerkhof erstmals 2011 bei „Le nozze di Figaro“ für das Prinzregententheater in München zusammen.

Kerkhofs Projekte für die kommende Spielzeit umfassen neben Leoš Janáčeks »Jenůfa« für das Staatstheater Wiesbaden und Claudio Monteverdis »L’incoronazione di Poppea« für die Staatsoper Hannover im besonderem die Deutsche Erstaufführung von György Kurtágs einziger Oper „Fin de Partie“ für die Oper Dortmund.


Akademie für Alte Musik © Uwe Arens
Akademie für Alte Musik © Uwe Arens

Akademie für Alte Musik Berlin1982 in Berlin gegründet, gehört die Akademie für Alte Musik Berlin (kurz Akamus) heute zur Weltspitze der historisch informiert spielenden Kammerorchester und kann auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte verweisen.

Ob in New York oder Tokyo, London oder Buenos Aires: Akamus ist ständiger und vielgefragter Gast auf den wichtigsten europäischen und internationalen Konzertpodien. Tourneen führen das Orchester regelmäßig in die USA und nach Asien. Im Kulturleben Berlins ist das Ensemble ein zentraler Pfeiler. Seit über 30 ]ahren gestaltet das Orchester eine eigene Abonnement-Reihe im Konzerthaus Berlin, seit 1994 prägt seine musikalische Handschrift das Barockrepertoire an der Berliner Staatsoper. Mit einer eigenen Konzertreihe ist das Ensemble seit 2012 zudem regelmäßig im Münchener Prinzregententheater zu Gast.

Das Ensemble musiziert unter der wechselnden Leitung seiner Konzertmeister Bernhard Forck, Georg Kallweit und Stephan Mai sowie ausgewählter Dirigenten.

Besonders mit René Jacobs verbindet das Ensemble eine enge und langjährige künstlerische Partnerschaft. Die gemeinsame Entdeckerlust führte zu Wiederaufführungen und Neudeutungen zahlreicher Opern und Oratorien, die weltweit Furore machten. Vielfach ausgezeichnet wurden z. B. die Einspielungen von Mozarts Entführung aus dem Serail und Bachs Matthäus- und Johannes-Passion. Internationale Beachtung finden zudem die gemeinsamen Produktionen am Theater an der Wien. Darüber hinaus leiteten in jüngster Zeit Emmanuelle Haim, Bernard Labadie, Paul Agnew, Diego Fasolis, Fabio Biondi und Rinaldo Alessandrini das Orchester.

Besonders hervorzuheben ist die kongeniale Kooperation mit dem RIAS Kammerchor, von deren Qualität zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen zeugen. Zudem pflegt das Ensemble eine enge Zusammenarbeit mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks.

Mit international renommierten Solisten wie Isabelle Faust, Alexander Melnikov, Anna Prohaska, Michael Volle und Bejun Mehta arbeitet Akamus regelmäßig zusammen. Gemeinsam mit der Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests entstanden Erfolgsproduktionen wie Dido & Aeneas (Musik von Henry Purcell) und Medea (Musik von Pascal Dusapin).

Aufnahmen des Ensembles wurden mit allen bedeutenden Schallplattenpreisen ausgezeichnet, darunter Grammy Award, Diapason d’Or, Cannes Classical Award, Gramophone Award, Edison Award, MIDEM Classical Award und der Choc de l’année sowie der ]ahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.

2006 erhielt das Orchester den Telemann-Preis der Stadt Magdeburg, 2014 die Bach-Medaille der Stadt Leipzig und den ECHO Klassik.

Zuletzt erschienen auf CD Bachs Violinkonzerte mit Isabelle Faust, Händels Concerti Grossi op.6 (1-6) sowie die Einspielungen von Bruckners Requiem d-Moll und Haydns Missa Cellensis mit dem RIAS Kammerchor.


Chor des Bayerischen Rundfunks © Astrid Ackermann
Chor des Bayerischen Rundfunks © Astrid Ackermann

Chor des Bayerischen RundfunksAufgrund seiner besonderen klanglichen Homogenität und der stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken, vom Oratorium bis zur Oper umfasst, genießt der Chor des Bayerischen Rundfunks höchstes Ansehen in aller Welt.
Gastspiele führten ihn nach Japan sowie zu den Festivals in Luzern und Salzburg. Europäische Spitzenorchester, darunter die Berliner Philharmoniker und die Sächsische Staatskapelle Dresden, aber auch Originalklang-Ensembles wie Concerto Köln oder die Akademie für Alte Musik Berlin schätzen die Zusammenarbeit mit dem BR-Chor. In jüngster Vergangenheit konzertierte der Chor mit Dirigenten wie Andris Nelsons, Bernard Haitink, Daniel Harding, Yannick Nézet-Séguin, Riccardo Muti, Riccardo Chailly, Thomas Hengelbrock, Robin Ticciati und Christian Thielemann.

Der künstlerische Aufschwung des 1946 gegründeten Chores verlief in enger Verbindung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Seit 2003 ist Mariss Jansons Chefdirigent beider Klangkörper. Daneben wurde im Sommer 2016 Howard Arman zum Künstlerischen Leiter des Chores berufen. Wie sein Vorgänger Peter Dijkstra pflegt der englische Dirigent die große künstlerische Bandbreite des Chores und intensiviert sie darüber hinaus in den Spezialgebieten der alten und neuesten Musik.
In den Reihen musica viva (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks) und Paradisi gloria (Münchner Rundfunkorchester) sowie in den eigenen Abonnementkonzerten profiliert sich der Chor regelmäßig mit Uraufführungen. Für seine CD-Einspielungen erhielt er zahlreiche hochrangige Preise, darunter wiederholt den ECHO Klassik. Die DVD-Edition von Bachs Johannes-Passion wurde vom Preis der deutschen Schallplattenkritik in die Bestenliste 2/2017 aufgenommen.


Jeongmeen Ahn

Jeongmeen AhnDer koreanische Bariton Jeongmeen Ahn studierte Gesang an der Seoul National University in Südkorea unter der Leitung von Attila-Jun. Im Anschluss absolvierte er seinen Master im Fach Operngesang an der Theaterakademie August Everding in München und der Hochschule für Musik und Theater München.

In Opernproduktionen war er bereits unter anderem als Marcello (La Bohème, G. Puccini), als Guglielmo (Così fan tutte, W.A. Mozart), Raphaël (L’Ancêtre, C. Saint-Saëns), Teufel (Goldteufel, S.J. Hanke), Papageno (Die Zauberflöte, W.A. Mozart) und Malatesta (Don Pasquale, G. Donizetti) zu hören.

Im Jahr 2019 wird er als Guglielmo (Così fan tutte, W.A. Mozart) an der Kammeroper in München zu erleben sein und im Juni 2020 als Don Fernando beim Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen in einer halb-szenischen Inszenierung von Beethovens Fidelio.

Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe, so erhielt er zum Beispiel 2019 den 1. Preis beim Marmande Wettbewerb in Frankriech, und 2019 den Lied-Preis beim Debut Wettbewerb in Weikersheim. 2018 gewann er den Gesangswettbewerb der Richard-Strauss-Gesellschaft. 2016 belegte er den 1. Platz bei der 29. Tokyo Music Competition und ebenfalls den 1. Platz bei der 26. Korean Voice Competition.


Shenyang

ShenyangAls Gewinner des BBC Cardiff Sängers of the World 2007 wurde Shenyang mit einer Reihe von internationalen Engagements, darunter Debüts an der Metropolitan Opera, dem Glyndebourne Festival, der Bayerischen Staatsoper, dem Opernhaus Zürich und der Washington National Opera, sofort ins Rampenlicht gerückt. Ein Jahrzehnt später hat sich der chinesische Bassbariton als eine der besten Stimmen seiner Generation etabliert, verfügt über ein umfangreiches Repertoire sowohl für die Opern- als auch für die Konzertbühne und unterhält dauerhafte Beziehungen zu einem breiten Spektrum der herausragenden Dirigenten von heute.

Nach Studien am Shanghai Conservatory of Music, The Julliard School, Salzburg Young Artist Project und dem Lindemann Young Artist Program der Metropolitan Opera startete Shenyang seine Opernkarriere in Rollen von Rossini, Mozart und Händel und trat an der Metropolitan Opera unter anderem bei Fabio Luisi, Sir Andrew Davis, Harry Bicket und Marco Armiliato auf. In einem Nicken zu einem dramatischeren zukünftigen Repertoire hat Shenyang in den letzten beiden Spielzeiten mehrere Schlüsselrollendebüts gegeben: als Don Pizarro in Beethovens Leonore mit dem Dänischen National Symphony Orchestra unter Manfred Honeck; Jochanaan in konzertanten Aufführungen von Salome mit dem Polnischen National Radio Symphony Orchestra und Alexander Liebreich; und ein einstimmig gelobter Gunther in Wagners Götterdämmerung mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra unter Jaap van Zweden (aufgenommen von Naxos), den das Opernmagazin als „charaktervoll….mit lyrischer Phrasierung und polierter Diktion“ bezeichnete.”

Die Konzertbühne spielt seit jeher eine zentrale Rolle in Shenyangs Saisonplanung, die ihn in einem vielfältigen Repertoire in alle Welt führt: Beethovens Missa Solemnis mit dem Sydney Symphony Orchestra/David Robertson und dem San Francisco Symphony/Michael Tilson-Thomas; Beethovens Symphony No.9. mit dem Philadelphia Orchestra/Yannick Nézet-Séguin, den New York Philharmonic/Alan Gilbert und den Oslo Philharmonic/Klaus Mäkelä; Rossinis Stabat Mater mit der Accademia Nazionale di Santa Cecilia/Sir Antonio Pappano und Mahlers Symphonie Nr.8 mit den beiden Nederlands Philharmonisch Orkest/Marc Albrecht und dem Swedish Radio Symphony Orchestra/Daniel Harding. Regelmäßig wird Brahms‘ Ein deutsches Requiem, Schönbergs Gurrelieder, Janáček’s Glagolitische Messe, Mahlers Des Knaben Wunderhorn, Mendelssohns Elias und Händels Messias aufgeführt.

In der Spielzeit 2019/20 gastiert Shenyang mit den Berliner Philharmonikern/Daniel Harding für Berlioz‘ Romeo et Juliette, Royal Concertgebouw Orchestra/Santtu-Matias Rouvali für Strawinskys Ödipus Rex, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks/Mariss Jansons für Beethovens Missa Solemnis und Helsinki Philharmonic/Klaus Mäkelä für Mussorgskys Lieder und Tänze des Todes. Zu den Höhepunkten der vergangenen Saison gehörte die überaus erfolgreiche Uraufführung von Tan Duns Buddha Passion bei den Dresdner Musikfestspielen, ein Werk, das später das Debüt von Shenyang mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel und dem Melbourne Symphony Orchestra ermöglichte und mit dem Orchestre National de Lyon auf ausgedehnten Tourneen durch China ging. In der laufenden Saison gibt es weitere Auftritte mit der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, der NDR Elbphilharmonie Hamburg und dem Orchestre Philharmonique de Radio France, die alle vom Komponisten selbst geleitet werden.

Shenyang hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Brücke zwischen den Kulturen von Ost und West zu dienen und die stimmlichen Schätze seines Heimaterbes mit Leben zu erfüllen, und wurde in Anerkennung seiner Bedeutung als herausragende Musik- und Kulturfigur in Asien zum Markenbotschafter für Montblanc ernannt. Er war Artist in Residence beim Shanghai Symphony Orchestra, wo er zusammen mit dem Dirigenten Long Yu Werke von Bach, Mozart, Rachmaninov und Mahler aufführte, er ist fester Bestandteil des Beijing Music Festivals, wo er in dieser Saison bei der chinesischen Premiere von Vaughan Williams‘ Songs of Travel mit dem Mahler Chamber Orchestra unter Vladimir Ashkenazy zurückkehrt, und er gab die Uraufführung des Orchesterliederzyklus Song of Farewell (geschrieben für ihn vom Komponisten Xiaogang Ye) in Peking, bevor er ihn mit dem China National Symphony Orchestra in die Berliner Philharmonie brachte.

Die engagierte Liedersängerin Shenyang erhielt den Alice Tully Vocal Arts Award, der 2009 zu seinem New Yorker Rezitaldebüt im Lincoln Center mit dem Pianisten Vlad Iftinca führte, und trat anschließend im Rahmen von Brahms‘ Liebeslieder Walzer mit Daniel Barenboim in der Carnegie Hall und im Duo mit der Sopranistin Susanna Phillips und dem Pianisten Brian Zeger im Metropolitan Museum of Art auf; hat das Trio kürzlich eine CD mit Schubert-Songs und Duetten mit dem Titel „A Lost World“ auf Delos veröffentlicht. Im Jahr 2015 präsentierten Shenyang und das Stradivari Quartett Schuberts Die Winterreise in einem eigens dafür in Auftrag gegebenen Arrangement in der Shanghaier Symphoniehalle mit außergewöhnlichem Erfolg, und er wiederholte das Programm der vergangenen Saison mit dem Borusan Quartett in der Is Sanat Hall in Istanbul.


Sebastian Kohlhepp  © Julia Wesely
Sebastian Kohlhepp © Julia Wesely

Sebastian KohlheppDer deutsche lyrische Tenor Sebastian Kohlhepp ist als Opern- und Konzertsänger international gefragt. Nach Festengagements am Badischen Staatstheater Karlsruhe, der Wiener Staatsoper und der Oper Stuttgart ist er seit der Saison 2017/18 freischaffend tätig. Operngastspiele führten ihn zu den Salzburger Osterfestspielen, zum Theater an der Wien,zur Mozartwoche Salzburg, an die Oper Köln, Theater Basel, Wiener Volksoper und zur Opéra Monte Carlo. Er sang unter namhaften Dirigenten wie Christian Thielemann, Adam Fischer, Franz Welser-Möst, Sylvain Cambreling, Pablo Heras-Casado, René Jacobs, Jeffrey Tate, Peter Schneider und Asher Fisch.

Als Konzertsänger ist Kohlhepp regelmäßig auf allen wichtigen Festivals und Podien zu Gast und arbeitet mit renommierten Ensembles und Orchestern. Sein USA-Debüt gab er 2018 beim Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons. Im selben Jahr war er bei den Salzburger Festspielen mit Teodor Currentzis in Beethovens 9. Sinfonie zu erleben.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit Philippe Herreweghe und seinem Collegium Vocale Gent sowie mit den Ensembles der Bachakademie Stuttgart. Geboren in Limburg an der Lahn, erhielt Sebastian Kohlhepp seine erste musikalische Ausbildung im dortigen Knabenchor. Später studierte er bei Hedwig Fassbender an der HfMDK Frankfurt am Main.

Zahlreiche CD-, DVD- und Rundfunkaufnahmen dokumentieren Kohlhepps vielseitiges Schaffen.


Johanna Winkel

Johanna WinkelJohanna Winkel bewies sich zunächst in der historischen Aufführungspraxis barocker Musik und erweiterte ihr Repertoire stetig hin zur Romantik und Moderne.

Auf dem Konzertpodium sang sie mit musicAeterna und Teodor Currentzis (Purcell The Indian Queen), mit dem Beethoven Orchester Bonn und Christoph Prick (Britten War Requiem), dem Swedish Radio Symphony Orchestra und Peter Dijkstra (Martin Le vin herbé), dem WDR Sinfonieorchester und Simon Halsey (Mendelssohn Elias) und dem Konzerthausorchester Berlin und Iván Fischer (Bach h-moll Messe).

Gleichzeitig ist Johanna Winkel regelmäßig auf der Opernbühne zu erleben. Nach Mimi, Donna Elvira und Micaela gestaltete sie mit großem Erfolg Alcina, Rosalinde, Agathe und Beethovens Leonore.

2017 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Osterfestspielen als Gerhilde in Wagners Walküre mit Christian Thielemann und gastierte mit dieser Partie mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra und Jaap van Zweden. Bei der Styriarte 2018 sang sie die Beethoven-Leonore unter Leitung von Andrés Orozco-Estrada.

Als Liedsängerin tritt sie zusammen mit dem Schauspieler Josef Hader und der Pianistin Yvonne Gesler auf. In einer reizvollen Melange aus Musik und Text erkunden die drei Künstler, wie literarische Motive der Schwarzen Romantik sich in Liedern der Romantik bis heute widerspiegeln und eine spannende Verbindung eingehen. Das Programm war erstmalig im Konzerthaus Wien zu erleben.

Johanna Winkel ist als Solistin auf etlichen Aufnahmen zu hören. Es erschien u.a. Spohrs Die letzten Dinge mit der Kammerphilharmonie Bremen, Schönbergs Moses und Aron mit dem SWR Sinfonieorchester, Werke von Mendelssohn mit dem Chor des Bayrischen Rundfunks sowie Zemlinskys Lyrische Symphonie mit dem Polish National Radio Symphony Orchestra.

In dieser Saison steht eine Opernproduktion im Rahmen der Potsdamer Winteroper (Trevor Pinnock) an, sowie Konzerte mit dem Collegium 1704 (Václav Luks), den Bochumer Symphonikern (Steven Sloane), der Akademie für Alte Musik Berlin (Alexander Liebreich), der Internationalen Bachakademie Stuttgart (Hans-Christoph Rademann), dem Nederlands Kamerkoor (Peter Dijkstra) sowie mit dem Prague Radio Symphony Orchestra (Alexander Liebreich).

 


Jan Martinik (c) Jana Kaňoková
Jan Martinik (c) Jana Kaňoková

Jan MartinikDer junge Bass Jan Martiník wurde 1983 in Ostrava, Tschechien geboren. Er studierte sowohl am Janacek Konservatorium als auch an der Universität Gesang bei Eliška Pappová.

2003 gewann er den Antonín Dvořák Wettbewerb in Karlovy Varý in der Kategorie „Junior“ und erhielt den 2. Preis in der Kategorie „Lied“. Jan Martiník ist Preisträger des International Competition Jelena Obraztsova, wo er unter anderem mit dem Preis für die beste Tchajkovsky Romanze ausgezeichnet wurde. 2007 war er jüngster Finalist im renommierten Wettbewerb Operalia. 2009 stand er in beiden Kategorien im Finale des Wettbewerbs „Cardiff Singer of the World“, und erhielt den Preis in der Kategorie „Lied“.

Während seines Studiums erschien der junge Bass als Gast im NDM Ostrava in den Partien Pistola (Falstaff), Leporello (Don Giovanni) und Truffaldino (Ariadne auf Naxos). Am Nationaltheater in Prag sang er unter anderem Masetto (Don Giovanni), Larkens and José Castro (La fanciulla del West) und erschien als Leporello (Don Giovanni) in der neuen Produktion im Ständetheater.

Als Teilnehmer der Accademia Rossiniana in Pesaro erschien Jan Martiník als Don Prudenzio in Il Viaggio a Reims unter der Leitung von Maestro Zedda. 2008 debütierte er auch am Theater Erfurt als Dottore in La Traviata und im Staatstheater Kosice als Sarastro in Die Zauberflöte. Im selben Jahr hatte er auch seinen ersten Liederabend im Rahmen des Festivals „Prague Spring“.

Von 2008 bis 2011 war Jan Martiník Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin, wo er unter anderem als Sarastro (Die Zauberflöte), Colline (La bohème), Surin (Pique Dame) und Nachtwächter (Die Meistersinger von Nürnberg) zu hören war. In der Volksoper Wien sang er Betto (Gianni Schicchi), 1.Nazarener (Salome) und Zuniga in Carmen.

Seit der Spielzeit 2012/13 ist der junge Bass Mitglied der Staatsoper unter den Linden, Berlin, wo er unter anderem als Colline (La Bohéme), Sarastro (Die Zauberflöte), Eremit (Der Freischütz), as well as Father Trulove (The Rake ́s Progress) zu hören war. Seine erste Premiere an dem Haus hat er Juni 2013 in Frank Martins Oratorium Le Vin herbé.

Jan Martiník ist ein sehr gefragter Konzertsänger und konzertierte bereits mit vielen renommierten Orchestern, unter anderem Czech Philharmonic Orchestera, BBC Symphony Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Staatskapelle Dresden, Brimingham Symphony Orchestra, the Scottish Chamber Orchestra, as well as the King ́s Consort and the Collegium 1704.

Sein Konzertrepertoire umfasst unter anderem sowohl Jesus, als auch den Arien Part in der Matthäus Passion, Mozarts, Dvořák und Verdis Requiem, Dvořák Te Deum, Beethovens 9. Symphonie und Haydns Die Schöpfung.

Der junge Bass ist vor allem auch für seine intensiven Interpretationen von Schuberts und Dvořák Liedern, vor allem der Winterreise und den Biblischen Liedern bekannt. Seine wunderschöne Stimme, gepaart mit einer hervorragenden Technik und einem starken komödiantischen Talent machen den jungen Sängern zu einem der hervorragendsten der jungen Sängergeneration.


Marie-Sophie Pollak

Marie-Sophie PollakMarie-Sophie Pollak belegte ihr Diplom im Fach Konzertgesang und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater München und absolvierte ihr Master-Aufbaustudium bei Prof. Gabriele Fuchs.

Bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik debütierte sie 2011 als Vespetta in Georg Philipp Telemanns Lustspiel Pimpinoneund war dort in den Folgejahren in der Titelrolle in Domenico Scarlattis La Dirindina als auch in Johann Sebastian Bachs h-Moll Messe, beides unter der musikalischen Leitung von Alessandro De Marchi, zu hören. Bei den Brucknerfestspielen in Linz sang Marie-Sophie Pollak unter der Leitung von Michi Gaigg mit dem L’Orfeo Barockorchester die Partie der Bemira in Georg Philipp Telemanns Oper Miriways, bei den Musikfestspielen Potsdam-Sanssouci gastierte sie im Rahmen eines Händel-Pasticcios mit dem Titel Der goldene Apfel sowie in Johann Sebastian Bachs „Bauernkantate“ BWV 212 mit dem belgischen B’Rock Orchester unter Olof Boman.

Weitere Rollen waren Despina in Wolfgang Amadeus Mozarts Così fan tutte, Blonde in dessen Entführung aus dem Serail, Merab in Georg Friedrich Händels Saul, Almirena in Rinaldo sowie Belinda in Henry Purcells Dido and Aeneas.

Erste wichtige Höhepunkte ihrer internationalen Konzerttätigkeit waren Joseph Haydns Oratorium Die Jahreszeiten unter Kent Nagano im Rahmen der Audi-Sommerkonzerte sowie ihr Debüt am Wiener Musikverein mit Georg Friedrich Händels Susanna unter Leitung von Martin Haselböck und dem Orchester Wiener Akademie. Am Théâtre du Châtelet debütierte sie unter Jean-Christophe Spinosi und dessen Ensemble Matheus in der Partie der Tamiri in Mozarts Il re pastore, beim Lugano Festival interpretierte sie gemeinsam mit Christian Zacharias und dem Orchestra della Svizzera Italiana Wolfgang Amadeus Mozarts Konzertarie „Ch’io mi scordi di te“ KV 505 mit obligatem Klavier, und auf Tournee in Prag und Dresden war sie unter Leitung von Václav Luks und seinem Collegium 1704 als Solistin in Georg Friedrich Händels Messiah zu hören. Es folgten u.a. Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium und h-Moll Messe im Münchner Herkules-Saal und dem Wiener Musikverein sowie ein Programm mit drei ausgewählten Bach-Kantaten am Wiener Konzerthaus unter Luca Pianca.

Die Spielzeit 2017/2018 brachte unter anderem, begleitet von Mitgliedern der Camerata Salzburg, einen Konzertauftritt mit orchestrierten Schubert-Liedern im Rahmen des Kulturfestivals „Schubert in Gastein“ und Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium an der Hamburgischen Staatsoper in einer szenischen Ballettversion von John Neumeier. An der Hamburger Elbphilharmonie gab sie des Weiteren ihr vielbeachtetes Debüt mit Haydns Die Jahreszeiten unter Kent Nagano, unter dessen Leitung sie in der Saison 2018/2019 auch die traditionellen Silvesterkonzerte des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg bestritt. In Felix Mendelssohn-Bartholdys Elias debütierte Marie-Sophie Pollak unter Thomas Hengelbrock und dessen Balthasar-Neumann-Chor und –Ensemble an der Tonhalle Zürich. Gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin war sie ferner als Amore in Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice unter Alexander Liebreich in Katowice zu hören, bevor sie mit Wolfgang Amadeus Mozarts großer Messe in c-Moll KV 427 ihre Zusammenarbeit mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg fortsetzte. Einen besonderen Höhepunkt der Spielzeit 2018/2019 stellte darüber hinaus die von John Neumeier choreographierte Neuproduktion von Christoph Willibald Glucks Orphée et Eurydice an der Hamburgischen Staatsoper dar, in welcher sie unter Leitung von Alessandro De Marchi die Partie L’Amour verkörperte.

Höhepunkte der kommenden Spielzeit 2019/2020 beinhalten u.a. eine Zusammenarbeit mit dem Vox Orchester unter Leitung von Lorenzo Ghirlanda für Georg Friedrich Händels Alexander’s Feast, ein Gastspiel der Hamburgischen Staatsoper mit Christoph Willibald Glucks Orphée et Eurydice am Festspielhaus Baden-Baden, einen Ensembleabend bei der Schubertiade Schwarzenberg, ihr Debüt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium BWV 248 unter Kent Nagano sowie Georg Friedrich Händels Messiah mit Les Violons du Roy und dem National Arts Centre Orchestra in Ottawa, beides unter Leitung von Bernard Labadie. An der Hamburgischen Staatsoper erwarten sie zudem Wiederaufnahmen von Glucks Orphée et Eurydice, Bachs Weihnachtsoratorium und eines ebenfalls von John Neumeier choreographierten Brahms/Balanchine-Ballettabends.

Zudem gibt Marie-Sophie Pollak 2020 in Hector Berlioz‘ Orphée – einer Bearbeitung von Christoph Willibald Glucks Tragédie-opéra Orphée et Eurydice von 1774 – ihr Debüt bei den Salzburger Pfingstfestspielen.

Anlässlich des Reformationsjubiläumsjahres 2017 nahm sie gemeinsam mit Christoph Spering und seinem Chorus Musicus Köln drei Kantaten Johann Sebastian Bachs nach Texten Martin Luthers auf. Die bei der Deutschen Harmonia Mundi erschienene Aufnahme wurde mit dem ECHO Klassik 2017 für die beste Chorwerkeinspielung des Jahres prämiert. Mit ihrem Ensemble 392 präsentiert Marie-Sophie Pollak zudem ein Programm französischer Barock-Kantaten, die beim Label Fra Bernardo ebenfalls auf Tonträger festgehalten wurden.


Patrick_Grahl (c) Kirsten Nijhof
Patrick_Grahl (c) Kirsten Nijhof

Patrick GrahlDer gebürtige Leipziger Patrick Grahl war zunächst Mitglied des Thomanerchores unter Georg Christoph Biller, anschließend erhielt er seine Gesangsausbildung an der Musikhochschule Leipzig bei Berthold Schmid und schloss dort auch sein Studium mit dem Meisterklassenexamen ab. Meisterkurse bei Peter Schreier, Gotthold Schwarz, Gerd Türk, KS Ileana Cotrubas und Prof. Karl-Peter Kammerlander gaben wichtige Impulse für seine künstlerische Entwicklung.

2016 gewann der Tenor den 1. Preis beim XX. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig. Seitdem ist er ein viel gefragter Oratorien- und Konzertsänger und gastiert u.a. mit Klangköpern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, der Dresdner Philharmonie, der NDR Radiophilharmonie, dem Gürzenichorchester Köln sowie der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI di Torino und dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Hartmut Haenchen, Ludwig Güttler, Peter Schreier, Andrew Manze, Leopold Hager, Omer Meir Wellber, Stefano Montanari und Hans-Christoph Rademann. Nach wie vor ist er auch dem Thomanerchor und dem Dresdner Kreuzchor eng verbunden.

Neben seinen zahlreichen Engagements auf der Konzert- und Opernbühne legt Patrick Grahl großen Wert auf kammermusikalische Projekte und Liederabende. Dabei arbeitet er u.a. mit Pianisten wie Daniel Heide und Klara Hornig zusammen und gastiert zunehmend auch im Ausland.

2014 gewann er mit dem Ensemble Barockwerk Ost den 1.Preis des Förderpreises Alte Musik des Saarländischen Rundfunks und der Akademie für Alte Musik im Saarland und war außerdem bis 2018 Mitglied des Männerquartetts Thios Omilos. Bis 2013 war Patrick Grahl Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn.