Ludwig van Beethoven

Violinsonate A-Dur op. 12/2

Richard Strauss

Cellosonate F-Dur op. 6

Antonín Dvořák

Klaviertrio F-Moll op. 65

Gergana Gergova
Violine
Alban Gerhardt
Violoncello
Olli Mustonen
Klavier

Die Aula des Werdenfels Gymnasiums bildet mit ihrer ausgewogenen Akustik den perfekten Rahmen für das Kammerkonzert. Der international renommierte deutsche Cellist Alban Gerhardt konzertiert gemeinsam mit der Geigerin Gergana Gergova und dem Pianisten Olli Mustonen. Jede der ausgewählten Kompositionen fordert die Harmonie im Ensemble ebenso wie das virtuose Können der einzelnen Musiker. Ludwig van Beethovens ausdrucksstarke Violinsonate, Richard Strauss‘ Cellosonate, die seine frühe kompositorische Meisterschaft zeigt, und das melancholisch-zarte bis bewegt-dramatische Klaviertrio von Antonín Dvořák versprechen einen Abend, der das Prädikat „Höhepunkt im Programm“ zu Recht trägt.


Gergana Gergova © Larry Horricks

Gergana GergovaAus einer Musikerfamilie stammend prägte Musik schon seit frühester Kindheit Gergana Gergovas Leben. Der 1.Preis bei dem Internationalen Violinwettbewerb „Vladigeroff“ sowie Preise bei verschiedenen Kammermusikwettbewerben wie „Schubert und die Musik der Moderne“- und „Joseph Joachim“ ermöglichen ihr eine internationale Karriere. Solistisch ist sie u.a. mit RSB Berlin, Festival Strings Luzern, Duisburger Philharmoniker und verschiedenen Orchestern in Bulgarien aufgetreten. Zusammen mit dem Pianisten Pavlin Nechev und dem Cellisten Thomas Kaufmann bildet sie das Trio Imàge, was 2008 mit dem Folkwangpreis ausgezeichnet wurde und seit 2009 Kulturbotschafter des Goethe Instituts ist.

Sie wird eingeladen zu Festivals wie „Spannungen“ Heimbach, Moritzburg, Lockenhaus Kammermusik Fest, Schubertiade, Verbier Festival, Chelsea Music Festival New York, West Cork Music Festival, Bahnhof Rolandseck, Hambacher Musikfest sowie den Herrenchiemsee Festspielen. Weitere Kammermusikpartner sind unter anderem Künstler wie Christian Tetzlaff, Daniel Hope, Akiko Suwanai, Guy Braunstein, Carolin Widmann, Jan Vogler, Cedric Tiberghien und Lars Vogt. Und nicht ausschließlich in der Klassik zuhause, spielte sie auch schon zusammen mit Jazzlegenden wie John Patitucci und Tom Harrell.

Im Juni 2015 unternahm sie zusammen mit Brett Dean und Nils Mönkemeyer sowie Baiba Skride und Alban Gerhardt ein zweiwöchige Quintett-Tournee, die sie u.a. in die Wigmore Hall, in den Palais des Beaux Arts Brüssel und die Essener Philharmonie führte. In der kommenden Saison wird sie neben Konzerte mit Trio Imàge und Verpflichtungen als Konzertmeisterin ihr Debüt beim Luzern Festival geben.

Als Konzertmeisterin arbeitete Gergana Gergova an der Deutschen Oper am Rhein/Duisburger Philharmoniker, beim Teatro Real Madrid, mit den Festival Strings Lucerne, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Münchner Rundfunkorchester, NDR Hannover und der Belgischen Kammerphilharmonie.

Rundfunkaufnahmen machte sie u.a. für den ABC Australien, SWR, WDR, ORF sowie DeutschlandRadio Kultur. Für die Debüt CD ihres Trio Imàge, sämtliche Kaviertrios von Mauricio Kagel, erschienen bei CAvi Music, erhielt sie den ECHO-Klassik 2014 als beste Weltersteinspielung und wurde zudem für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Im selben Jahr erschien bei dem englischen Label Hyperion Hans Pfitzners Duo für Violine und Cello mit dem RSB Berlin unter Sebastian Weigle, welches auch für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde. Die neue CD des Trio Imàge mit Kammermusik von Hans Sommer, die im Oktober 2015 erschienen ist, erhielt erneut eine Nominierung für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Sie began ihre geigerische Ausbildung bei Blagorodna Taneva in Pleven (Bulgarien) und studierte nachher bei Prof. Mintcho Mintchev an der Folkwang Universität der Künste in Essen, wo sie 2004 ihr künstlerisches Diplom ablegte. Bis 2006 studierte sie noch an der Universität der Künste Graz bei Prof. Yair Kless. 2009 schloss sie ihr Aufbaustudium Kammermusik bei Prof. Andreas Reiner an der Folkwang Universität der Künste mit Auszeichung ab. Von 2009 bis 2011 absolvierte sie ihr Masterstudium Kammermusik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Prof. Eberhard Feltz. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie von Menahem Pressler, Yfrah Neaman, Anner Bylsma, Heinrich Schiff und Shmuel Ashkenasi. Gergana spielt eine Violine von G.B. Guadagnini, Turin, dank einer grosszügiger Leihgabe.


Alban Gerhardt © Kaupo Kikkas

Alban GerhardtGelobt als „Ein Kantabilitätszauberer und Meister virtuoser Rasanz“ (Der Tagesspiegel) hat Alban Gerhardt seit über 25 Jahren eine einzigartige Wirkung auf sein Publikum weltweit durch sein hohes Maß an Musikalität, seine überwältigende Bühnenpräsenz und seine nahezu unstillbare künstlerische Neugier. Seine Gabe, bekannte Werke in neuem Licht erscheinen zu lassen und sein Appetit, neues Repertoire aus den vergangenen Jahrhunderten bis zu zeitgenössischen Werken zu entdecken, suchen ihresgleichen.

Höhepunkte der Saison 2017/18 sind Konzerte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, BBC Philharmonic (sein bereits 7.Auftritt bei den Proms), Royal Philharmonic Orchestra, National Symphony Washington, RTÉ Dublin, Iceland Symphony sowie seine Debüts beim Norwegischen Radioorchester, dem Orquesta Sinfonica de Madrid und dem New Jersey Symphony Orchestra.

Gerhardt wird außerdem Rezitale u.a. im Konzerthaus Berlin, in der Londoner Wigmore Hall sowie in Montreal und in Vancouver geben. Eine europäische Quintett-Tournee führt ihn in die Philharmonie Luxembourg, die Tonhalle Zürich, das Amsterdamer Muziekgebouw und zum Konzerthaus Dortmund und er freut sich schon auf seine erste Zusammenarbeit mit Sabine Meyer während einer Triotournee durch Deutschland.

Mit großer Leidenschaft teilt Alban Gerhardt seine künstlerischen Entdeckungen mit Zuhörern weit über die traditionellen Konzertsäle hinaus. So unternahm er Outreach-Projekte in Europa und den USA mit Aufführungen und Workshops in Schulen und Krankenhäusern, aber auch wegweisende Auftritte im öffentlichen Raum und Einrichtungen für jugendliche Straftäter. Seine Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn mit Liveauftritten auf den Hauptverkehrsstrecken in Deutschland beweist sein Engagement, traditionelle Hörgewohnheiten und Erwartungen an klassische Musik aufzubrechen.

Nach frühen Wettbewerbserfolgen begann die internationale Karriere Alban Gerhardts mit seinem Debüt bei den Berliner Philharmonikern unter Semyon Bychkov 1991. Seitdem hat er mit den führenden Klangkörpern weltweit musiziert, darunter Orchester wie Concertgebouw Amsterdam, London Philharmonic und Philharmonia London, sämtliche britische und deutsche Rundfunkorchester, Tonhalle Zürich, Leipzig Gewandhaus, Münchener Philharmoniker, Royal Stockholm und Oslo Philharmonic, Orchestre National de France sowie Cleveland, Philadelphia und Chicago Symphony Orchestras. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Kurt Masur, Christoph von Dohnányi, Christian Thielemann, Christoph Eschenbach, Myung-Whun Chung, Michael Tilson-Thomas, Esa-Pekka Salonen, Vladimir Jurowski, Kirill Petrenko und Andris Nelsons. Alban Gerhardt ist außerdem leidenschaftlicher Kammermusiker, unter seinen regelmäßigen Partnern sind Steven Osborne, Cecile Licad, Baiba Skride und Brett Dean.

Alban Gerhardt arbeitet mit vielen zeitgenössischen Komponisten zusammen, unter anderem mit Jörg Widmann, Unsuk Chin und Matthias Pintscher. Im Sommer 2018 wird er das neue Cellokonzert von Brett Dean mit dem Sydney Symphony Orchestra uraufführen und es im Herbst 2018 mit den Berliner Philharmonikern zur Deutschen Erstaufführung bringen. Er vervollständigte außerdem eine wegweisende dreijährige Residenz beim Oregon Symphony Orchestra sowie ein auf ihn bezogenes Projekt in der Wigmore Hall London.

Alban Gerhardts CD-Einspielungen sind mehrfach ausgezeichnet worden. So gewann er dreimal den ECHO Klassik sowie die ICMA und MIDEM Classic Awards. Seine Aufnahme von Unsuk Chins Cellokonzert bei der Deutschen Grammophon wurde mit dem BBC Music Magazine Award prämiert und für den Gramophone Award 2015 nominiert. Beim Label Hyperion Records hat er zahlreiche Aufnahmen veröffentlicht, seine neueste Aufnahme von Rostropovichs “Encores” erschien im Januar 2017. Nächstes Aufnahmeprojekt werden die sechs Suiten von J.S. Bach sein.

Alban Gerhardt spielt ein Cello von Matteo Gofriller aus dem Jahr 1710.
Nach der US-Wahl 2016 und dem Brexit fühlte Alban die Notwendigkeit sich außerhalb der Musik zu engagieren, weshalb er nicht nur Flüchtlingen in seiner Wohnung ein Zuhause bot, sondern auch in der Musikerintiative #Musicians4UnitedEurope aktiv wurde, wo Musiker versuchen, die europäische Vision nicht nur mit Argumenten, sondern auch Gefühlen zu füllen.


Olli Mustonen © Outi Montosen

Olli Mustonen„Als Interpret gleicht der Dirigent Olli Mustonen dem Pianisten Olli Mustonen: Detail für Detail wird präzise herausgearbeitet wie bei einer Nadelgravur (…). Die Klarheit und außerordentliche Raffinesse bringen etwas hervor, das ich nur als visionär beschreiben kann.“ (BBC MUSIC MAGAZINE)
Olli Mustonen spielt in unserer heutigen Musikwelt eine außergewöhnliche Rolle – ganz in der Tradition großer Meister wie etwa Rachmaninoff, Busoni oder Enescu genießt er hohes Ansehen sowohl als Pianist und Dirigent als auch als Komponist. Sein Klavierspiel und seine Dirigate sind stets in Olli Mustonens kompositorischer Perspektive auf das Musizieren verwurzelt: Er folgt der tiefen Überzeugung, dass jede Aufführung den Geist einer Uraufführung atmen sollte, so dass Interpret und Publikum dem Komponisten wie einem Zeitgenossen begegnen können. Zugleich ist Olli Mustonen skeptisch gegenüber Aufführungskonzepten, die lediglich versuchen „anders“ zu sein. Genau in diesem Spannungsfeld sieht er sich veranlasst, beständig neues Repertoire jenseits des etablierten Kanons zu erforschen und zu schaffen.

Als Solist spielt Olli Mustonen seit vielen Jahren mit den weltweit führenden Orchestern – darunter die Berliner Philharmoniker, die Münchener Philharmoniker, das Chicago Symphony, das Cleveland Orchestra, das New York Philharmonic, das Mariinsky Theatre Orchestra und das Concertgebouw Orchester Amsterdam, unter Dirigenten wie Valery Gergiev, Vladimir Ashkenazy, Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Pierre Boulez, Myung-whun Chung, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Nikolaus Harnoncourt, Kurt Masur, Kent Nagano, Sakari Oramo, Esa-Pekka Salonen und Jukka-Pekka Saraste. Klavierabende führten Mustonen in sämtliche Musikhauptstädte der Welt, in jüngster Zeit war er unter anderem am Chopin Institut Warschau, in der Londoner Wigmore Hall, der Tampere Hall, im Flagey Brüssel, im Beethoven-Haus Bonn, bei den Dresdner Musikfestspielen, im Sala Verdi Del Conservatorio in Mailand, beim Diaghilev Festival in Perm, im Mariinsky Theater St. Petersburg, beim Moskauer Osterfestival, beim Winter International Arts Festival in Sotschi, im Symphony Center Chicago, in der New Yorker Zankel Hall und im Sydney Opera House zu hören.
Inzwischen hat auch der Dirigent Olli Mustonen mit allen führenden Orchestern Finnlands und zahlreichen internationalen Spitzenklangkörpern gearbeitet, darunter die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das WDR Symphonieorchester, das Verdi Symphony Orchestra Mailand, das japanische NHK Symphony Orchestra, das Queensland und das West Australian Symphony Orchestra sowie die Camerata Salzburg, das Scottish Chamber Orchestra und das Australian Chamber Orchestra. In der faszinierenden Tripel-Rolle als Pianist, Dirigent und Komponist arbeitete er kürzlich mit dem Atlanta Symphony, dem New Russia Symphony, dem Jerusalem Symphony, der Riga Sinfonietta, dem Estonian National Symphony und der Royal Northern Sinfonia. In dieser Saison wird er in eben dieser Dreifachfunktion unter anderem mit dem Norwegian Chamber Orchestra, dem Kyoto Symphony Orchestra sowie dem Luzerner Sinfonieorchester zu erleben sein.
In den letzten Jahren dirigierte Olli Mustonen seine beiden ersten sinfonischen Werke: 2012 kam die Sinfonie Nr. 1 ‚Tuuri‘ mit dem Tampere Philharmonic Orchestra und 2014 die Sinfonie Nr. 2 ‚Johannes Angelos‘ mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra zur Uraufführung. Folgeaufführungen der 1. Sinfonie dirigierte er unter anderem beim Tchaikovsky Symphony Orchestra. Seine Sonate für Violine und Orchester wurde 2014 mit dem Melbourne Symphony Orchestra und die Sonate für Violoncello und Orchester 2015 mit dem Australian Chamber Orchestra aus der Taufe gehoben, beides ebenfalls unter seiner Leitung.
Auch sein kammermusikalisches Werk bringt Olli Mustonen regelmäßig selbst auf die Bühne. Häufig zu erleben ist er dabei mit seinen Rezital-Partnern Pekka Kuusisto, mit dem er 2013 seine Violinsonate uraufführte, und Steven Isserlis, mit dem er in der laufenden Saison an der Wigmore Hall sowie bei einer Tournee durch Italien Konzerte geben wird. 2015 tourte er mit seinem eigenen Quartett (Oboe, Violine, Viola und Klavier) durch Deutschland und brachte unter anderem sein Klavierquintett zur Uraufführung, welches in der vergangenen Saison im Concertgebouw Amsterdam seine niederländische Erstaufführung erfuhr.
Als engagierter Verfechter der Musik Prokofjews hat Olli Mustonen kürzlich gemeinsam mit dem Finnisch Radio Orchestra unter Hannu Lintu alle sechs Klavierkonzerte des Komponisten eingespielt. In seinem festen Repertoire hat er zudem sämtliche seiner Klaviersonaten, die er – als Gesamt-Zyklus oder einzeln – zuletzt unter anderem beim Helsinki Music Centre, im Amsterdamer Muziekgebouw sowie im Sommer 2017 beim Klavierfestival Ruhr spielte. Ebenfalls sehr nah ist Olli Mustonen die Musik Beethovens, dessen gesamte Klavierkonzerte er 2012 mit dem Melbourne Symphony Orchestra aufführte, sowie das Werk Bartóks, dessen Konzerte er im gleichen Jahr mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra zur Gehör brachte.
Eine besondere Rolle unter den künstlerischen Partnern Olli Mustonens nimmt der Komponist Rodion Schtschedrin ein, der ihm sein Klavierkonzert Nr. 5 widmete und bei dessen Konzerten zum 70., 75. und 80. Geburtstag Olli Mustonen mitwirkte. 2013 brachte er im Rahmen von Stockholms Baltic Sea Festival mit dem Mariinsky Theatre Orchestra unter der Leitung von Valery Gergiev Schtschedrins Klavierkonzert Nr. 4 zur Aufführung.
Olli Mustonens breitgefächertes und unverwechselbares Repertoire schlägt sich auch in seiner Diskographie nieder. Die bei Decca erschienene Einspielung mit Präludien von Schostakowitsch und Alkan erhielt den Edison und den Gramophone Award als beste Instrumentalaufnahme. Beim Label Ondine erschienen Respighis Concerto in modo misolidio mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo und eine von der Kritik hochgelobte Scriabin Einspielung. Eine Aufnahme seiner eigenen Cello Sonate mit Steven Isserlis veröffentlichte 2014 das Label BIS.
Geboren 1967 in Helsinki, begann Mustonen im Alter von fünf Jahren zunächst mit dem Cembalo- und kurze Zeit später mit dem Klavierspiel. Erste Kompositionsversuche unternahm er bereits mit acht Jahren. Am Klavier anfänglich von Ralf Gothóni unterrichtet, setzte er später seine Studien an der Sibelius-Akademie in Helsinki fort, als Pianist bei Eero Heinonen, für Komposition bei Einojuhani Rautavaara.