Alexander Liebreich

im Gespräch mit dem Komponisten Helmut Lachenmann

Helmut Lachenmann

Helmut Lachenmann (*1935 Stuttgart) zählt zu den herausragenden Komponisten der Neuen Musik. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit der Tradition sucht Lachenmann nach einer Erweiterung des Musikbegriffs. Das Forschen nach neuen klanglichen Möglichkeiten und Spieltechniken ist für den ehemaligen Schüler Luigi Nonos in all seinen Kompositionen präsent, geht es doch seiner Auffassung nach darum, jedes akustische Ereignis zu Klang werden zu lassen und dabei auch den Zuhörer zu einem neuen Hörverständnis zu verführen. Sein ungemein großes und vielseitiges Euvre reicht von Musiktheater, Orchester- und Kammermusik bis hin zu Vokalmusik. Werke von Helmut Lachenmann zählen zum gängigen Repertoire renommierter Opernhäuser, Festivals, Orchester und Ensembles.


(c) Emilio Pomàrico
(c) Emilio Pomàrico

Helmut Lachenmannwurde am 27. November 1935 in Stuttgart geboren und studierte von 1955 bis 1958 an der dortigen Musikhochschule. Von 1958 bis 1960 war er Schüler von Luigi Nono, den er während der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik kennen gelernt hatte. Es folgten Lehraufträge in Stuttgart, Ulm, Basel, Hannover und schließlich wieder Stuttgart, wodurch er mit seiner Kompostionsweise und Ästhetik eine ganze Komponistengeneration beeinflußt hat. Sein größter Erfolg war die Oper Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, die an seinem Geburtstag 1997 an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt und von vielen Opernhäusern in den Spielplan übernommen wurde (Neufassung 2003). Daneben schrieb Lachenmann Kammermusik für unterschiedliche Besetzungen (u.a. Gran Torso für Streichquartett), Orchsterwerke und Werke für Solo-Instrumente. Der Komponist erhielt 1997 den renommierten Ernst von Siemens Musikpreis, 2008 den Berliner Kunstpreis und 1972 den Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg.